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10 Starship, Singapore – Malakka Strait










Singapore ist das Zentrum Südostasiens, eine moderne City mit Wolkenkratzern und einer quirligen Hektik.

Starship, ein 25m Motorkreuzer, ist auf seiner millenium voyage nunmehr auch in Singapore eingetroffen. Seit Mitte September 1998 ist die starship nunmehr unterwegs. Von Seattle an der Westküste Amerikas nach Panama, durch die Südsee nach Australien und schliesslich über Singapore, den indischen Ozean nach Südafrika, zu den Azoren und nach Hamburg, wo man im Mai 2001 eintreffen wird.

Wir haben das Schiff auf unserer Segelreise und seine seine Crew schon einige Male getroffen. In Singapore hat uns Skipper Michael an Bord eingeladen und uns sein Hi-Tech Schiff gezeigt. Das deutsche Magazin stern ist der Hauptsponsor, aber auch Sony, Microsoft, Olympus und die deutsche Telekom sind mit an Bord. In jedem stern berichtet Michael auf einer ‚Postkarte‘ von den Erlebnissen. Regelmässig erscheinen auch toll aufgemachte Storys. Und auf dem Internet können unter www.starship.de tägliche aktuelle Berichte, Fotos und die Reiseroute abgerufen werden.

Die acht internationalen Crewmitglieder arbeiten an Bord als Journalisten, sie tauchen, schnorcheln, fotografieren und bearbeiten auf professionellem Sony Nonlinear Equipment Videos. Auf einem Breit-Flachbildschirm von Sony hat uns Michael einen Ausschnitt aus den Arbeiten gezeigt: «Hier ein Muster unserer Videoproduktion, Aufnahmen von Galapagos». Vieles komt uns bekannt vor, wir waren ja auch dort.








Skipper unter sich: Michael von der Starship (links) und Ludwig von der Eldorado unterhalten sich über Routen, Piraten und schöne Ankerplätze.

Wir staunen nicht schlecht, es sieht hier aus wie in einem professionellen Videostudio. Überall stehen Monitore und Schnittpulte herum. Videoprofi und Freund Hanspeter würde grosse Augen machen. Beeindruckend, was hier an Bord geleistet wird. «Wir haben 15 Computer an Bord», erklärt Michael stolz. Er hat mit Ludwig schon einige Male e-mails ausgetauscht, zuletzt kurz vor seiner Ankunft auf Batam in Indonesien. Da hat ihm Ludwig per Amateurfunk und e-mail eine wichtige Telefonnummer übermitteln können. «Hat uns damals sehr geholfen», freut sich Michael. Und er ist auch erstaunt, was wir auf unserer Eldorado mit Amateurfunk alles können. Sie haben auf der Starship Inmarsat-Telefone, Fax-Verbindungen und Internet-Zugriff. Bei der deutschen Telekom als Sponsor fallen auch die internationalen Telefonkosten, die uns Segler so schwer auf dem Portemonnaie liegen, nicht ins Gewicht.

Überall sieht man Leute mit einem Telefon am Ohr, auf der Strasse, im Café, beim Warten auf das Taxi oder den Bus, in Shopping Centers und in der MRT-Bahn (Mass Rapid Transit-System, eine U bzw. S-Bahn): Da läutet und zirpt es an allen Ecken und Enden. Ich wundere mich, wieviele verschiedene Ruf- und Klingelzeichen es gibt. Immer wenn irgendwo ein Klingeln oder eine Melodie ertönt, greifen die Menschen zu Ihrem Handy, um zu sehen, ob es bei ihnen piept. Einmal sitzen in der MRT auf einer Sitzreihe vier Leute vis-à-vis von uns, jeder spricht in sein Handy. Daneben bearbeiten zwei Girls die Tastatur ihres Handy mit ihren flinken Fingern, sie geben wohl eine SMS ein. Für uns sieht alles ein bisschen wie James-Bond-City aus.

Technisch interessant für mich ist die Tatsache, dass das Handy überall, auch noch im dritten oder fünften Untergeschoss oder in der Bahn, auch in den Tunnels, hervorragend funktioniert. Sie müssen offenbar überall Antennen verlegt haben. Es hat drei Netze hier, neben dem einheimischen CDMA, sind die GSM 900 und GSM 1800 Systeme verbreitet, die auch in Europa Standard sind. Das öffentliche Nahverkehrssystem ist vorbildlich. Fast 3'000 Busse, auch zweistöckige, für die Kurzstrecken, eine moderne S- und U-Bahn für die längeren Distanzen. 67 km lang ist dieses Bahnnetz, es wird noch weiter ausgebaut.

In den Stationen ist der Zugang zu den Schienen mit Fenstern abgesperrt, die Türen öffnen automatisch zentimetergenau genau dort wo der einfahrende Zug hält und seine Türen öffnet. Und was besonders praktisch ist: Statt eines Fahrscheines kauft man sich ein kleines kreditkartengrosses Plastickärtchen, auf dem, wie auf einer Telefonkarte, der Guthabensbetrag gespeichert ist. Dieses Kärtchen steckt man dann in den Schlitz von Automaten, der Fahrpreis wird automatisch abgebucht. Zum Aufladen geht man an einen Schalter, man kann das auch an einem Automaten mit seiner Kreditkarte erledigen. Wenn ich da an die komplizierten Automaten des Zürcher Verkehrsverbundes denke, wo einem ausländischen Besucher zugemutet wird, sich per Postleitzahl zum Fahrpreis durchzumühen... Ich bin sicher, dass unsere Verkehrs-Beamten auf ihren Dienstreisen auch in Singapore waren, warum haben sie dieses simple System nicht einfach übernommen? Wenn die Karte zurückgegeben wird, bekommt man den nicht benutzten Betrag auf den Cent wieder zurückerstattet, eine wahrhaft kundenfreundliche Einrichtung!

Auch das Beschilderungssystem ist unglaublich einfach: Wenn man nach Westen will, stellt man sich auf den Bahnsteig mit den blauen Tafeln, nach Osten sind die Schilder grün, nach Norden rot, nach Süden gelb. So einfach ist das, man begreift das sofort.

Singapore passt eigentlich gar nicht in unsere Ostasien-Vorstellung. Riesige Wohngebiete mit grossen, farbigen Appartementhäusern umschliessen die City, die mit Ihren Wolkenkratzern mit denen von Sydney zu vergleichen sind. Der Verkehr und der Fussgängerstrom ist grossstädtisch und wirkt für uns doch ziemlich hektisch. Die Verkehrsregeln werden eingehalten, sogar von den Fussgängern. Wer die Fussgängerstreifen nicht benutzt, und daneben über die Strasse geht, zahlt bis zu 100 S$ (ca. 100 CHF) Busse. Noch nie gesehen: Gegen Ende der Grünphase für Fussgänger werden die Sekunden akustisch mit Pieptönen angezeigt und die noch verbleibende Zeit auf einem grossen Digitalzähler herunter gezählt.

Die Strassen sind sehr gepflegt und sauber, immer wieder lockern Grünanlagen das Strassenbild auf. Dieses Sauberkeit wird nicht zuletzt dadurch erreicht, dass es drakonische Strafen für das Wegwerfen von Abfall auf die Strassen gibt. So kostet das Wegwerfen einer Zigarettenschachtel 1000 S$ Busse, ersatzweise 3 Tage Arbeitsdienst bei der Strassenreinigung.

Singapore hat eine geschätzte Bevölkerung von rund 4 Millionen. Die Stadt wird von einem Völkergemisch bewohnt, 77% Chinesen, 14% Malayen, 8% Inder, aber auch europäische Gesichter sieht man im Strassenbild. Und alles funktioniert ohne Rassenunruhen, ohne Diskriminierung. Warum geht das nicht überall so?

Übrigens Drogenmissbrauch wird in Singapore auch konsequent geahndet, deshalb gibt es hier keine Drogenprobleme - hier im Herzen von Südostasien. Die Todesstrafe (!) wird angewendet für Leute, die mit Drogen handeln oder Drogen herstellen, importieren oder exportieren. Drogenkonsum wird mit 10 Jahren Zuchthaus und 20'000 S$ bestraft. Vielleicht müssten unsere Behörden hier mal das System studieren!

Singapore ist ein Einkaufsparadies, nicht gerade billig, ein Shopping Center reiht sich an das nächste. Es gibt hier praktisch nichts was es nicht gibt, nur finden muss man es. Auch Schweizer Spezialitäten, zwei Sorten Fertigfondues und Schachtelkäse von Tiger, Pralinen von Teuscher und echten Appenzellerkäse hat Lotti entdeckt. Und alle Luxusmarken sind hier vertreten, Rolex und Omega sowieso, aber auch Esprit, Ferragamo und Gucci. Unsere Shopping Lust hielt sich aber in Grenzen. Allerdings haben wir natürlich nur einen kleinen Teil gesehen, die Orchard Road, das Business Zentrum eben, ein kleines Strichlein auf dem Stadtplan. Wir machen vielleicht nochmals einen Besuch in dieser verrückten Stadt, dann vielleicht noch in Chinatown oder so.

Abends waren wir jedenfalls geschafft. Und haben den Schweizer Tiger-Schachtelkäse, den Lotti in einem Laden gefunden hat, mit Hochgenuss gegessen und sind ab go pfuuse.


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