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2 Südsee, Chesterfield Reef

Hier ein kleiner Ausschnitt eines unserer Videos, den wir auf You Tube gestellt haben.


Dezember 1999











Wir erreichen das Chesterfield Reef und sind erst mal sprachlos. Mitten im Pacific, ein kleiner Sandfleck.


Dass Segeln in der Südsee nicht immer blue sky und laue Lüftchen sein kann, hat uns ein Unwetter gezeigt. Fast aus heiterem Himmel, natürlich in der Nacht hat uns eine Tropical Depression überfallen. Aus diesen tropischen Gebilden bilden sich dann und wann auch mal Hurricans.

Mitte November sind wir in ein solchen Unwetter geraten. Kein Meteo hat das vorausgesagt, weder Hawaii, noch Fiji, noch Neuseeland oder Australien! Wir können u.a. auf unserer ELDORADO all dieses Stationen empfangen und Wetterfaxe ausdrucken. Plötzlich kommt heftiger Regen, es hätt abeglärt wie us Chübel! Mit Wind um 30 Knoten und Böen bis 50 und mehr Knoten (Windstärke 10)!. Und Wellen, 6 m hoch! Das Wasser ist sogar über unser Deckshaus gedonnert, wie ein Wasserfall!! Wäre ich nicht angebunden gewesen, hätte es mich glatt vom Schiff gespült! Soviel Wind hatten wir noch nie auf unserem Windmesser, ich habe gedacht, der Zeiger schmilzt! Ich hatte ja schon alles gerefft, was man reffen kann, aber es reichte nicht! Ich musste in dieser Hölle das Gross ganz runterholen, wir sind nur noch mit dem Besan und einem kleinen Fetzen als Fock gefahren.. Aber wir haben alles überstanden, wenn auch mit viel zittrigen Knien. Lotti hat sich grossartig gehalten, hat die ELDORADO auch im Sturm schön im Wind gehalten, während ich am Mast vorn und am Baum beschäftigt war. Erst am Morgen um 5 Uhr hat‘s nachgelassen. Uff, das war ein Chrampf! Ich kann Euch sagen, in den Büchern liest sich das so schön, aber selber erleben, Hoppla, das isch dänn öppis ganz anderes...

Nach 5 ½ Tagen erreichen wir das Chesterfield Reef und sind erst mal sprachlos. Mitten im Pacific, ein kleiner Sandfleck, wir können ihn erst rund 3 sm vor der Brandung sehen. Wehe, wenn man in der da Nacht hineinfahren würde! Skipper Ludwig ist stolz, trotz allen Widrigkeiten eine Punktlandung zu machen, wir steuern fast metergenau auf das Reef zu. Nach einer Fahrt von rund 575 sm. Das Chesterfield Reef befindet sich auf der Position 19-52 S, 158-28 E. Ihr müsst halt nachschauen im Atlas.

Das Korallenfeld innerhalb des Reefs ist riesengross. Wir müssen ganz vorsichtig um die Korallenstöcke herumfahren, etwa 12 sm lang. Und das Wasser ist klar, man glaubt es kaum. ‚Schnapsklar‘ würde Kurt sagen, wie damals in Bora Bora. Die durchschnittliche Tiefe beträgt hier 7,5 bis 10 m, trotzdem hat man aber ständig das Gefühl, die Korallenstöcke würden den Kiel berühren. Am Ankerplatz können wir Kette und Anker deutlich sehen, wie sie auf dem Grund liegen in 6 m Wassertiefe. So etwas habe ich bis lang überhaupt noch nirgends gesehen.

Und dann die Ruhe am Ankerplatz. Plötzlich diese Stille, mitten auf dem Meer. Fast kein Wind  ist mehr zu spüren. Nur leicht plätschernde Wellen sind zu hören und Vögel, die leise pfeifen. Das Reef besteht aus mehreren Sandflecken, die v-förmig angeordnet sind. Palmen hat es keine darauf, nur halb hohe Büsche. Die grösste Insel ist vielleicht ein paar Hundert Meter lang und 20 m breit. Wir sitzen nur einfach da und staunen und sind glücklich, sicher am Anker zu liegen. Und wir schicken dankbar ein Gebet zum Himmel.

Innert weniger Tage haben wir nun wirklich ganz intensive Erlebnisse gehabt. Und das muss man zuerst mal verarbeiten und verdauen. Es braucht sicher einige Zeit, um zur Ruhe zu kommen, unser Innerstes flattert noch wie ein nervöser Vogel.

Hier auf diesem Sandfleck, rund 500 sm von anderen Inseln entfernt, ist es wirklich wie in einer anderen Welt. Das Reef ist unbewohnt, es hat nur Vögel, Schildkröten und viel weisser Sand. Und Korallen zum Schnorcheln. Und viel Meer, soweit das Auge reicht, nur Wasser. Und die Brandung rauscht so romantisch und der Sonnenuntergang ist richtig kitschig schön. Tiefrot ist die Sonne am Abend als Feuerball im Pacific verschwunden.

Und dann kommt schnell die Nacht, es wird still, nur noch einzelne Vögel pfeifen herum. Zuerst sehen wir noch einzelne Sterne, dann kommt der Mond aus dem Horizont herauf. Er ist fast voll, er leuchtet, wie eine grosse Lampe. Silbern glänzt das Meer und leise plätschern die Wellen am Strand.

Und Heute Morgen ist die Sonne auf der anderen Seite der Insel und des Pacifics wieder aus dem Meer gestiegen. Einfach grossartig!

Ich nehme meinen kleinen Globus zu Hand und versuche das soeben erlebte nachzuvollziehen. Und wirklich: Hier habe ich die Bestätigung die Welt ist eine Kugel..

 siehe auch >> Die Welt ist rund

 

Chesterfield Reef: Kleines Video >>

Im November 1999, rund drei Monate bevor  das Chesterfield Reef, ein kleiner Sandfleck im Pazifik,  zwischen Vanuatu und Australien, (Pos. 19-52 S, 156-28 E) von der ARRL zum DXCC Gebiet  (FK, TX) erklärt wurde, haben wir es auf unserer Weltumsegelung mit der SY Eldorado besucht. Das Chesterfield Reef ist unbewohnt, ca 1,5 km lang und rund einen halben km breit.

Hier ein kleiner Ausschnitt eines unserer Videos, den wir auf You Tube gestellt haben.


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Wir geniessen ein Frühstück mit frischem Kaffe und Spiegeleiern und Käse. Das schmeckt! Und wir lassen uns Zeit, wir wollen die grossartige Kulisse in uns aufnehmen.

Und schon bald nach dem Frühstück erwachen unsere Lebensgeister wieder und wir begeben uns auf Entdeckungsreise, wir wollen zur Insel rüber. Also Dingi wassern und Foto- und Videokamera einpacken. Ein Testsprung ins klare Wasser zeigt, dass es schön warm hier ist, 27 Grad zeigt das Thermometer.

Es wird eine kurze Fahrt, schon knirscht der weisse Sand unter dem Dingiboden. Wir ziehen das Beiboot den Strand hinauf und binden es sorgfältig an einen Stein. Nicht dass die beginnende Flut uns das Boot noch fort treibt! Wir setzen uns erst mal auf einen Stein und lassen die Einsamkeit auf uns einwirken. Wir können es immer noch fast nicht glauben, dass wir nun hier sind. Es ist hier so friedlich, als hätte es nie einen Sturm gegeben.

In den Büschen haben sich viele schöne Vögel niedergelassen. Weisse Tropikvögel mit ihrem typischen schwarzen, zweigeteilten Schwanz. Dann aber auch grosse graue Reiher und kleine Schwarze, die frech durch das Meer waten. Und Weisse mit einem schwarzen Kopf, die vorwitzig zu uns herüber schauen. Es gibt sicher zwanzig und mehr verschiedene Arten hier. Alle leben sie friedlich vereint.

Schildkröten sehen wir zwar keine, dafür die typischen Furchen im Sand, die sie hinterlassen, wenn sie in der Nacht kommen und hier im Sand ihre Eier legen. Und viele kleine Krebse krabbeln im Sand, da vorn ist sogar ein grosser Bursche, ein schön gelb-rot gestreifter.

Viele der Vögel nisten hier, sie fliegen aufgeregt herum, wenn wir ihnen zu nahe kommen. Nur ein Jungvogel ist ganz zahm, er lässt sich fast streicheln. Und er versucht zu fliegen, was ihm heute zwar noch nicht ganz gelingt, sicher aber in einigen Tagen. Eine herrliche Ruhe liegt über diesem Reef.

Mit Schnorchel und Taucherbrille ausgerüstet schwimmen wir in den Korallen herum. Das Wasser ist überall glasklar, wir können die kleinsten Details erkennen. Und wenn man unter Wasser in die Ferne guckt, schimmert es hellblau. Fische hat es eigenartigerweise hier nicht allzu viel, nur einzelne schwimmen herum. Dafür können wir schöne blaue und violette Zweig-Korallen bewundern. Es sieht ganz so aus, als wenn kleine Sträucher wachsen würden auf dem weissen Sandgrund. Wir bleiben einige Stunden auf diesem Reef, unsere Eldorado dümpelt vor Anker in der klaren Lagune.


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