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8 Bali






















Der Zauber der balinesischen Tempelänzerinnen erfasst uns augenblicklich.

Was werden wir wohl in Bali antreffen, wie wird wohl der Empfang dort sein?» fragt mich Lotti in der Hafeneinfahrt Immerhin befinden wir uns nun in Asien. Indonesien ist das erste Land, das wir in Asien anlaufen. Unter den Yachties hört man von hier allerlei, die Beamten sollen da unfreundlich sein und willkürlich.

Wir geniessen daher um so mehr den unerwartet netten Empfang in der Marina. Die Immigration, Customs- und Quarantäne-Behörden kommen nacheinander je in Zweier-Delegationen auf unsere Eldorado. Sie sind alle äusserst freundlich und hilfsbereit und helfen uns beim Ausfüllen der Formulare.

In der Marina hat es ein kleines Restaurant, wohin ich Lotti dann spontan einlade: «Heute musst Du nicht kochen, wir gehen auswärts!» Als wir dann die Speisekarte betrachten, sind wir doch zuerst mal verwirrt. Da kostet doch keines der Gerichte mehr als 30'000 Rupias, das sind rund 3 US$! Wir glauben zuerst an einen Rechnungsfehler. Ich frage Julien von der Fleur de Ampaul, unser Nachbar am Liegeplatz. Sie sind mit einem 50jährigen Schoner unterwegs um die Welt. «Billig nein, es ist sehr teuer hier», so sein Kommentar, «in der Stadt kostet das berühmte Nasi Goreng zum Beispiel nur rund 3'000 - 5‘000 Rupias.» Natürlich sind wir weiter verwirrt, es ist einfach nicht zu fassen. Die allergrösste Überraschung sollte aber noch folgen. Wir müssen Diesel bunkern, rund 300 Liter. Hier kostet der Liter Diesel geradezu unglaubliche 750 Rupias.


Das sind sage und schreibe 12 (in Worten zwölf) Rappen!! Madi, der Vizehafenmeister und sein Freund liefern den Diesel in Kanister an das Schiff und füllen ihn gleich ein. All das für 12 Rappen pro Liter. Wieviel kostet der Diesel bei uns an der Tankstelle? Das was unsere Regierungen am Treibstoff von uns kassieren, ist ja direkt eine Frechheit: Modernes Piratentum.

Der indonesische Archipel besteht aus über 17'000 Inseln, er ist bekannt als Tanah Air, ‚das Land um das Wasser‘. Die Ausdehung des Gebietes beträgt rund 5'000 km.

Auf einer Island Tour besuchen wir ein paar Tempel, schöne Bauwerke voll steinerner Götter und Figuren, die Mystik wird allgegenwärtig. Bevor wir die Tempel betreten dürfen, müssen wir Besucher uns schmale, farbige Schleifchen um den Bauch binden, oder unsere nackten Beine mal züchtig mit einem Rock verhüllen.

Rund 20'000 Tempel soll es auf Bali geben, Opferstätten gibt es auch in vielen Häusern, meist vor der Haustüre. Auf einen solchen kleinen Hausaltar legt die Hausdame täglich eine kleine Schale mit Blumen und Früchten und steckt ein Räucherstäbchen an. Im Sangeh Monkey Temple, einer Tempelanlage aus dem 17. Jahrhundert bewachen freilebende Affen die Gebäude, sie flitzen über die Wege und schwingen sich von Baum zu Baum. Und freuen sich an den Bananen, die Touristen für sie gekauft haben. Grossgewachsene Muskat Bäume und andere Regenwald Bäume umgeben die ganze Tempelanlage wie ein dichter Wald.

Und bei den Reisterrassen, auf dem Feld sehen wir zum ersten Mal, wie Reis angepflanzt und geerntet wird. Skipper Ludwig darf sich sogar auch als Reisbauer versuchen, man drückt ihm ein Büschel abgeernteter Reispflanzen zum Dreschen in die Hand. Diese schlägt er dann mit Schwung auf ein Brett, die Reiskörner springen vom Strauch. Die ganze Familie ist beim Ernten beteiligt und kommentiert lautstark die Arbeit des Fremden. Ludwig muss dafür der Tochter des Bauern erst noch 5'000 Rupias bezahlen. «For instruction», schmunzelt sie. Zum ersten Mal, dass Ludwig ‚arbeiten‘ und dafür erst noch bezahlen muss. Aber Lia hat unseren Skipper so lieb angelächelt, dass er einfach nicht anders kann: Zauberhaftes Bali.

Und abends haben wir uns dann eine Tempel-Tanzvorführung angesehen. Schöne Mädchen und furchterregende Götter haben da miteinander getanzt, sich in Bildern Geschichten erzählt. Ganz junge Mädchen sind das, es geht die Sage, dass nur Jungfrauen diese Tänze ausführen dürfen. Die Gesten der Hände und Finger drücken die Stimmung aus, grazil wie sie die Finger zur Musik bewegen, wie eine Sprache. Die Tänzerinnen tragen schöne farbige Kostüme, reich bestickt. Die Tänzer haben wilde Masken auf und lange, wallende Gewänder. Überlange künstliche Fingernägel geben ihnen etwas Dämonenhaftes. Manchmal erzählt auch ein Sprecher die Geschichte des Tanzes, für uns allerdings komplett unverständlich. Nur aus dem Tonfall können wir erkennen, ob der Kommentar friedlich gemeint ist oder etwas Böses ausdrücken soll.

Die Musiker sitzen alle auf dem Boden am Rande der Bühne. Dieses Gamelan-Orchester, spielt eine für unsere Ohren sehr fremdartig klingende Musik, mit viel Flöten, Xylophon und eine Menge Rhytmusinstrumente. Die Musik, die dabei entsteht, tönt eher wie ein exotischer Klangteppich, unsere Ohren können keine Melodie ausmachen.


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