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Diese beiden jungen Mädchen stehen ausnahmsweise gerne vor die Kamera, sonst ist es in Mohéli schwierig zu fotografieren.

Schon am nächsten Tag machen sich Fritz und Wolfgang auf, das Land zu erkunden. Ich selber bleibe als Ankerwache auf der Eldorado zurück Rondroni heisst der Ort, wo die Leute noch so leben, wie man sich das vor einigen Hundert Jahren vorgestellt hat. Keine festen Häuser, nur Lehmhütten mit Strohdächern sieht man dort, inmitten eines Urwaldes. Ali, ein aufgestellter Junge führt uns zum Dorf. Einen eigentlichen Marktplatz gibt es hier keinen, so fragt Ali bei den einzelnen Hütten nach Tomaten oder Früchten. Nicht ganz einfach hier, man ist sich nicht gewohnt, frische Früchte zu verkaufen, man braucht die Ernte vorwiegend für den Eigenbedarf. Aber schliesslich werden wir doch noch fündig.

Bei Abdallah, an der Ecke bei der Strasse zum Wasserfall können die beiden frisches Gemüse und Bananen kaufen. Eher grotesk ist dann die Preisberechnung Vier einzelne Bananen kosten 300 FC (Franc Comores), ein ganzer Fächer Bananen bloss 1'000 FC, etwa 3 CHF. Da wir kein Kleingeld haben, muss Ali zuerst jemanden im Dorf finden, der wechseln kann. Eine Aktion, die eine gute Viertelstunde dauert.

Der Wasserfall von dem alle schwärmen, ist bloss ein kleines Rinnsal, dafür aber mit herrlich sauberem Wasser. In einer Ecke unter einem mächtigen Baobab-Baum wird auf einem kleinen Holzkohlefeuer Reis und Maniok gekocht. Im Spital ist heute sogar der Doktor anwesend, er ist aber heute stark beschäftigt, er hat keine Zeit, mit uns zu reden.

Er muss neben Rondroni noch Uallah, ein Nachbardorf, betreuen, zusammen ein paar Hundert Menschen. Aber da ist noch ein älterer Pfleger, ein ehemaliger Kriegsveteran. Er kämpfte in den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts mit den französischen Truppen gegen die madegassischen Rebellen. Aus altem Zeitungspapier und Kautabak dreht er sich sein Rauchzeug, über die mitgebrachten Zigaretten freut er sich mächtig, für ihn ist heute Weihnachten und Ostern zugleich.

Er zeigt Fritz und Wolfgang stolz die Einrichtungen. Einige Betten stehen herum, eine Toilette und eine Reihe von Stühlen. Der einzige Schreibtisch des Gebäudes steht dem Arzt zur Verfügung.

Interessant für uns ist eine Preistafel, auf der die Taxen der medizinischen Versorgung angeschrieben sind. An dieser Tafel steht zu lesen, dass eine gynäkologische Untersuchung 250 FC kostet (etwa 0,85 CHF), Injektionen werden zu 25 bis 100 FC verabreicht, ein Impfausweis kostet 150 FC und eine normale Konsultation 100 FC. Eine Geburt kostet soviel wie ein Fächer Bananen, nämlich 1‘000 FC, der Geburtsschein die Hälfte. Sprechstunde ist von morgens halb acht bis mittags um halb eins: Ordnung herrscht hier im Urwaldspital von Mohéli.

Einfache Zeichnungen an den Wänden informieren die Bevölkerung über Hygiene, auch Themen wie Geburtenregelung oder die Vorzüge der Muttermilch werden gezeigt. «Die Menschen sind gesund hier», berichtet der Pfleger, wir haben keine bettlägerigen Patienten im Spital. «Und die Menschen scheinen auch glücklich und zufrieden zu sein», ergänzt Wolfgang. Und Fritz bemerkt: «Was auffällt, schon die Kinder haben herrlich weisse und gesunde Zähne.»

Über dem ganzen Dorf schwebt heute ein intensiver Nelkenduft: Gewürznelken werden hier angebaut und zu den Nachbarinseln, nach Mayotte und von dort über Handelsgesellschaften sogar nach Europa exportiert. Kaffee, Bananen, Ananas und Chili werden vorwiegend für den Eigenbedarf angebaut. Aus den Fasern der Kokosnuss werden Sisal-Seile geflochten. Diese werden zum Hausbau und zum Bau der Pirogen gebraucht.

Eine Primarschule gibt es hier und einen Schreiner, der seine Werkbank unter den Palmen stehen hat. Bei der Moschee steht der einzige Brunnen des Dorfes, er dient dazu, die rituellen Waschungen vorzunehmen. Die meisten Einwohner hier sind Moslems. Die Insel Mohéli ist mit einer Fläche von 240 km2 etwa so gross wie der Schweizer Kanton Zug, es leben rund 20'000 Menschen hier, 7‘000 allein in der Hauptstadt Fomboni an der Nordseite der Insel.


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