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17 Chagos - Das letzte Paradies?










Schöner Ausblick: Eldorado liegt vor den Inseln Takamaka und Fouquet in den Salomon Islands im Chagos Archipelago. Unsere Anker-Position: 05-19 S, 72-15 E.


Freund Edi war ja mit seiner Frau herrliche drei Wochen bei uns auf der Eldorado, in der Inselwelt der Malediven. Seit dieser Zeit sind die beiden natürlich besonders interessiert, wie es bei uns an Bord so läuft. Eines Tages schickt mir Edi per e-mail direkt auf die Eldorado einen aktuellen Wetterbericht von der Militärstation auf Diego Garcia, also vom Chagos Archipel. Schon irre, hier auf den Malediven auf Gan am Flughafen hat man Probleme einen Weatherforecast zu bekommen. Aber Edi, Tausende von Meilen entfernt in der Schweiz kann via Internet diese heiss begehrten Informationen liefern.

Die wichtigste Angabe ist für uns der Wind: SE, 8-15 kts. Das bedeutet, dass der Südost-Passat bereits mit Windstärke 2-4 weht, wir also ab dem Chagos Archipel mit günstigen Winden rechnen können, die uns nach den Seychellen oder nach Madagaskar bringen. Das hat uns natürlich mächtig aufgestellt. Obwohl ich natürlich weiss, dass sich die Winde nicht immer an die Wetterprognosen halten.

Am Samstag schliesslich können wir auslaufen, in Richtung Chagos Archipel. Aber schon kurz nach der Ausfahrt aus dem Addoo Atoll begrüsst uns ein starker Wind aus Südwest. Wir setzen vorsichtig Segel und binden gleich noch zwei Reffs ein. Leider dreht der Wind dann im Laufe der nächsten Stunden in Richtung Süd: Wieder einmal Wind auf die Nase.

Und noch etwas macht uns schwer zu schaffen. Ein sehr starker Strom, der uns kräftig nach Osten versetzt. In der Seekarte ist das mit Equatorial Counter Current 0,5-2 ktn vermerkt. Ich habe Stromdreiecke gezeichnet und sogar bis zu 3,5 Knoten erhalten. Wir müssen die Maschine zur Hilfe nehmen, nur mit Segeln kämen wir noch mehr vom Kurs ab. Auch so fahren wir einen unfreiwilligen Bogen.

Was anfänglich auf der Karte als eine Strecke von rund 300 Meilen ausgesehen hat, erweist sich in der Praxis als eine viel längere Reise. Als wir schliesslich im Chagos Archipel in die Salomon Islands einlaufen, haben wir nicht weniger als 437 sm auf dem Log! Fünf Tage haben wir für diese Strecke gebraucht, die Geschwindigkeit ist manchmal bis auf 2 Knoten herunter gegangen, wenn die Eldorado dem Wind und den hohen Wellen entgegen gestampft ist.

Aber alles geht wieder einmal gut und schliesslich können wir durch den Wasserpass Richtung Takamaka- und Fouquet Inseln fahren. Welch eine Überraschung, hier in diesem Atoll liegen sicher schon über 30 weitere Yachten! Sie warten alle auf günstige Winde, um weiter zu segeln.

Das Chagos-Archipel besteht aus sechs Haupt-Atollen und einer Anzahl von Riffen und kleineren Inselchen. Seit 1965 bilden die Inseln das British Indian Ocean Territory (Britisches Territorium im Indischen Ozean, eine frühere Kolonie Grossbritanniens) im zentralen Indischen Ozean. Die Gesamtfläche des Archipels beträgt etwa 60 Quadratkilometer.


Das Archipel liegt rund 1‘000 sm südlich von Indien und misst in der N-S-Achse rund 180 sm und in der Breite 120 sm. Die Inseln sind alle Atolle, umgeben von Riffen. Die Gruppe wird administrativ betreut von der British Navy und ein Royal Naval Liaison Officier ist auf Diego Garcia stationiert. Wir lagen hier auf den Salomon Inseln im Chagos Archipel. In einer traumhaften Kulisse geniessen wir das schöne Wetter.

Die Salomon Inseln im Chagos Archipel waren früher ein Geheimtip der Langfahrt-Segler. Heute im GPS-Zeitalter finden viele Schiffe die Sandflecken im Meer und geniessen es, hier zwischendurch mal ein bisschen Robinson zu spielen. An den geschützten Ankerplätzen im Atoll mitten im Indischen Ozean treffen sich Yachten aus der ganzen Welt. Viele liegen wochen- und monatelang hier.

Die grösste Insel, Diego Garcia liegt am südlichen Ende des Archipels. Sie wurde von den Engländern an die Amerikaner vermietet. Sie ist für Yachten gesperrt, man darf dort weder ankern noch in den Hafen einlaufen. In den siebziger Jahren wurden auf Diego Garcia ein amerikanisches Nachrichtenzentrum und ein Marinestützpunkt eingerichtet. Die Inselgruppe wurde von Mauritius verwaltet. Interessant zu wissen ist, dass Diego Garcia auch für das GPS-Navigationssystem von einiger Bedeutung ist, befindet sich doch dort eine Überwachungsstation für die GPS-Satelliten.

Doch soviel Technik und Strategie wollen wir eigentlich gar nicht wissen, wir freuen uns an der tropischen Umgebung. Schon bald einmal machen wir uns auf, mit dem Dingi an Land zu fahren, und den Urwald zu durchstreifen. Die Inseln sind mit Kokospalmen überwachsen und bestehen aus dichtem Urwald. Es hat sogar eine Wasserstelle hier. «Das ist aber kein Trinkwasser», erklärt uns ein Yachtie. Doch zum Wäschewaschen ist es gut geeignet, einige Kanister, Becken und eine Wäschleine sind hier installiert. Typisch britisch: Eine Tafel warnt davor, das verunreinigte Wasser zu trinken, es sei mindestens 30 Minuten lang abzukochen, bevor es getrunken werden kann! Unterschieben ist der Hinweis von einem British Representative of the British Indian Ocean Territory. Schon irre, hier, weitab von jeglicher Zivilisation solche Dinge zu sehen!


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