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7 Achtung Krokodile in Freiheit








Krokodil in Freiheit: Sharon von Tin Can hat auf einer nahen Sandbank Krokodile entdeckt. Also nichts mit Baden!

Ob es wohl hier in der Lloyds Bay Krokodile hat? Ganz hinten, in der Nähe, wo wir ankern, ist die Bucht dicht mit Mangroven eingesäumt. Einzelne Sandbänke gucken aus dem Wasser. Baumstämme liegen herum und ragen halb aus dem Wasser. Gemäss unserem Segelführer eine ideale Umgebung also, in der Salzwasser-Krokodile, also Salties leben sollen.

Und trotzdem ist Sharon von unserem Nachhbarschiff, der amerikanischen Tin Can natürlich zuerst mal tüchtig erschrocken, als sie auf einer Sandbank nahe an ihrem Ankerplatz plötzlich zwei Salties liegen sieht. Sie hat ebenfalls eine Mavica, also eine elektronische Kamera von Sony. Diese hat sie glücklicherweise gerade zur Hand gehabt, als sie gestern die Krokodile entdeckt hat. So kann sie uns später eine Diskette geben mit den files der Krokodile drauf.

«We have seen crocodiles!», funkt Sharon von der Tin Can danach plötzlich aufgeregt. Sie ankern weiter hinten als wir, ganz nah bei den Mangroven. Eines sei um ihr Schiff herumgeschwommen, ein anderes hätte sich auf der nahen Sandbank gezeigt. «14 feet long», hat sie aufgeregt erzählt, also etwa vier Meter lang sei es gewesen.

Und weil das Wasser so trübe ist, sieht man sie auch nicht heran schwimmen. Sie sind plötzlich da und tauchen auf. Also stimmt es doch, was wir gehört haben. Hier im nördlichen Queensland sollen die Krokodile frei leben....


Die Krokodile liegen faul auf einer Sandbank und scheinen zu schlafen. Als sie aber sehen, dass auf dem Schiff Menschen herumspringen, werden sie plötzlich aktiv und gleiten ins Wasser. Nur noch der obere Teil des Kopfes und die Augen ragen aus der Wasseroberfläche. Sie umkreisen das Schiff und bleiben einige Zeit in der Nähe. Erst dann tauchen sie ab und verschwinden wieder.

Uns kommen die Erlebnisse wieder in den Sinn, die wir auf einer Croc-Farm hatten. In Koorana in Queensland, werden Salzwasser-Krokodile gezüchtet. Für die Leder und Fleischproduktion. Rund 2'500 Tiere leben da. Salties, wie sie hier genannt werden, sind viel aggressiver und gefährlicher als die Süsswasser-Tiere, die wir aus dem Zoo kennen. Jahr für Jahr werden Menschen angefallen und verletzt oder gar getötet.

Wir können sehen, wie unheimlich schnell diese Tiere reagieren können. Als der Wärter einmal mit einem Stock auf das Wasser schlägt, springt ein sicher drei Meter langes Krokodil wie ein Pfeil aus dem Wasser, das furchteinflössende Maul weit aufgesperrt. Trotz zweifachem Gitterhaag erleben die Besucher das Gruseln hautnah.

Die Salties werden bis zu 700 kg schwer und reagieren äusserst empfindlich auf Vibrationen des Bodens. Selbst die Erschütterungen eines Fussgängers können die Tiere dazu bringen, der vermeintlichen Beute aufzulauern. Sie können auch schon mal einen Meter und mehr in die Höhe springen, wenn der Wärter mit einem Fleischbrocken lockt.

Die Krokodile sind geschützt in Australien. Sie haben auch keine natürlichen Feinde mehr, sie vermehren sich zu schnell. Man denkt deshalb bereits daran, diesen Schutz wieder aufzuheben, in Darwin sollen Krokodile bereits in Abwasser-Kanälen gesichtet worden sein.

Hier in Australien hat man ein anders Verhältnis zu diesen gefährlichen Tieren als bei uns in Europa. Als ich George, einem Fischer, der auch schon böse Erlebnisse mit den Salties hatte, von unserem Besuch erzähle und ihm einen Prospekt der Farm zeige, auf dem eine Damenhandtasche aus Krokodilleder abgebildet ist, meint er trocken: «This is a good crocodile», und zeigt dabei auf die Handtasche, «das kann wenigstens den Menschen nicht mehr gefährlich werden».

In Buchten ist Baden absolut lebensgefährlich. «Never swim in a creek, river or inlet in the tropics», warnt uns George eindrücklich, nie soll man in Bächen, Flüssen oder in Flussmündungen baden.

Noch lange reden wir von den Krokodilen an diesem Tag. Und die Geschichten werden immer dreister, je später der Abend wird.

Wir betrachten die Wasserfläche um uns herum nun mit noch grösserem Respekt. Vielleicht stammen die Wasserplatscher, die wir dann und wann hören, sogar von Krokodilen...


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