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14 Indic










Wieder einmal einer dieser kitschig-schönen Sonnenuntergänge: Die ELDORADO segelt auf westlichen Kurs von Phuket in Richtung Malediven. 


Der
indische Ozean oder Indic, wie er auch heisst, hat es wirklich in sich. Wir haben es ja fast erwartet, das Wetter kann ja auf dieser Überfahrt nicht konstant schön bleiben. Plötzlich ziehen sich die Wolken zusammen, die Wellen werden höher, Squalls tauchen immer wieder auf und machen uns das Leben schwer. Hohe Wellen lassen unsere ELDORADO tanzen und sorgen dafür, dass wir immer wieder ‚etwas Abwechslung‘ haben.

Die Reise dauert etwa 13 bis 15 Tage, die Strecke von Phuket zu den Malediven beträgt über 1'500 Meilen. In Sri Lanka wollen wir auf unserer Reise keinen Landfall machen. Der Innenhafen ist für Yachten gesperrt. Überdies werden dort jeden Tag Wasserbomben gezündet zur Abschreckung der militanten Tamil Tigers. Man muss also im Aussenhafen ankern. Dort ist aber der Schwell so gross, dass das Ankern keinen Spass macht und man sogar Mühe hat, ins Dingi zu kommen.

Auf der Reise durch den indischen Ozean verwöhnen uns Sonnenuntergänge voll kitschiger Schönheit den Abend. Rot, gelb und blau-violett malen sich Schlieren und Streifen in den Himmel, faszinierende Vielfalt immer wieder. Wir können uns kaum satt sehen an diesen allabendlichen Gemälden, es ist schön und überwältigend zugleich. Und auf den gegenwärtigen Kursen von etwa 270 Grad scheinen wir direkt in das glutrote Schauspiel hinein zu segeln. Welch grandiose Inszenierungen uns die Natur doch immer wieder bereithält!


Der nächste Tag bringt eine leichte Wetterbesserung. Und dann am Nachmittag ist es endlich vorbei. Wie mit einem Schalter, dreht der Wind plötzlich in die gewünschte Richtung, er bläst nun, wie es sich für diese Jahreszeit gehört, aus Nordost, die Wolken haben sich weitgehend verzogen, blauer Himmel glänzt. Diese Wind- und Wetterlage ist es ja auch, warum die Yachties jetzt gegen Westen segeln, Wind und Stromverhältnisse sind ideal. Alle Segelbücher sprechen davon, am gestrigen Sturmtag habe ich allerdings leicht daran gezweifelt.

Die See beruhigt sich weiter, die Wellen flauen zusehends ab. Der Wind pendelt sich ein bei rund 10 bis 12 Knoten, leichte Windstärke drei bis vier. Flugs wird das Gross wieder voll gesetzt, die Genua ersetzt die kleine Fock. Und nun rauscht die ELDORADO elegant und majestätisch in den Abend.

Und am Anfang der Nacht zeigt sich wieder einmal ein Sternenhimmel der Extraklasse. Gleich senkrecht oben in der Mastverlängerung ist der Orion zu sehen, links neben dran die Cassiopeia und die Pleijaden. Der Nachthimmel ist heute nacht völlig wolkenlos. Und gegen Morgen können wir sogar noch das Kreuz des Südens sehen. Überraschenderweise ist dieses berühmte Sternbild also auch noch knapp nördlich des Äquators zu sehen, ein Blick in das Sternenprogramm auf dem Laptop bestätigt die nächtlichen Beobachtungen. Nächtliches Segeln auf dem weiten, indischen Ozean in absoluter Harmonie.

Als dann um 22 Uhr nachts der Vollmond aufgeht, ist es zwar vorbei mit dem Sternenmeer, dafür hängt nun eine überdimensionierte Lampe am Himmel. So hell, dass man fast lesen könnte. Am nächsten Tag klärt sich dann das Wetter weiter auf, dass wir wieder einen wunderschönen Segeltag geniessen dürfen.

Ein enorm starker Schiffsverkehr erfordert von uns höchste Aufmerksamkeit. Auch nachts fahren unablässig grosse Frachter und Supertanker an uns vorbei. Supertanker, so gross, wie wir sie bis jetzt auf unserer Reise noch nie gesehen haben. Links und rechts von uns tauchen die schnellen Riesen-Schiffe auf und verschwinden wieder hinter dem Horizont. Obwohl es auf unserer Karte der Britischen Admiralität nicht eingezeichnet ist, befinden wir uns offenbar mitten in der Schifffahrtsstrasse Europa – Fernost.

Ganz kribbelig wird es uns, als mitten in der Bay of Bengal die Riesenfrachter nun auch quer zu uns fahren, sie kreuzen unseren Kurs und fahren hinauf nach Kalkutta und Bangladesh. Wobei man von weitem kaum ausmachen kann, welche Richtung sie einschlagen. In der Nacht müssen wir diesen grossen Schiffen mehrmals ausweichen, wenn sie uns zu nahe kommen. Dann realisiert man erst, wie schnell diese Pötte unterwegs sind.

Unsere Tochter Liliane macht die Reise mit, von Phuket zu den Malediven. Sie bleibt ein paar Wochen bei uns. Schöne Wolkenformationen über uns am blauen Himmel faszinieren sie immer wieder und regen sie an, gar poetisch zu werden: «Die Wolken formen sich zu bekannten Bildern: Mickey Mouse, ein Ufo, ein Häschen und ein Schwertfisch tauchen auf und verschwinden wieder. Oder formieren sich zu anderen Bildern». Stundenlang kann Liliane in den Himmel träumen, während die Eldorado mit leichtem Plätschern dahin gleitet: Segeln vom Feinsten und Erholung für Geist und Seele.


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