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15 Malediven - Ein Paradies mit Schatten









Eine der unzähligen Inselchen der Malediven. Schöne Träume für Pauschal-Touristen. Für Yachties sind die Malediven eher nicht zu empfehlen.  


Und dann ist er plötzlich da. Der Tag unserer Ankunft. Nach einer Überfahrt von 13 Tagen auf See erwarten wir den Landfall. Auch im GPS-Zeitalter ist es immer wieder ein prickelnder und erhebender Moment, wenn am Horizont plötzlich Land auftaucht. Genau da wo man es erwartet. Und auch zur vorberechneten Zeit. Auf dem Radar können wir Male schon auf eine Distanz von etwa 15 sm ausmachen, mit den Augen zu sehen ist noch nichts. Erst als wir dem Atoll auf etwa 8 sm genähert sind, ruft plötzlich Liliane: «Land in Sicht!» Wir stürzen alle ins Cockpit und wirklich, ganz hinten am Horizont sehen wir einige Häuser und links und rechts daneben einige weitere, kleine Inseln.


Als wir näher kommen, glauben wir unseren Augen nicht zu trauen. Da fährt doch ein grosses Flugzeug auf das Meer hinaus und wendet. Und hebt gleich darauf ab. Grund für diese Sinnestäuschung: Die internationale Flugpiste von Male liegt auf Hulule, einem Nachbaratoll. Und das besteht praktisch nur aus der Flugpiste und den dazugehörenden Gebäuden. Als wir kurz darauf um die Insel Male herum kurven rufen wir per Funk Port Control an. Eine nette Stimme weist uns einen Ankerplatz zu, zwischen Male und der Nachbarinsel Villigilli. Dazu muss man wissen, dass auf den Malediven auch innerhalb der Atolle oft Wassertiefen bis zu 60 m herrschen, unmöglich zum ankern für kleine Yachten. Die nette Stimme gehört Mohamed, ein Agent, der uns beim Check in behilflich ist.

Wir ankern und melden uns nochmals via Funk. Man verspricht uns etwas zaghaft, dass die zuständigen Beamten mit einer Barkasse zu uns hinaus fahren würden. Wir glauben, nun eine mehrstündige Wartezeit vor uns zu haben und relaxen ein bisschen.

Aber, völlig überraschend, schon nach einer Stunde klopft es an unsere Bordwand. Sechs Beamte, je zwei von Immigration, Customs und Quarantäne und Agent Mohamed trampeln auf die Eldorado. Sie sind dann aber immerhin so anständig und ziehen alle ihre Schuhe aus, bevor sie in den Salon kommen. Es folgt ein grosser, intensiver Papierkram, der aber erstaunlich schnell erledigt ist. Bereits nach einer Stunde gehen alle wieder von Bord, wir sind einklariert auf Male.

Der Yachtankerplatz ist etwas ausserhalb der Hauptinsel, gleich am Ende der Flugpiste. Dorthin verholen wir unsere Eldorado und ankern in einer schönen Lagune. Unsere Position: 04-12 N, 73-32 E. Froh über unsere Leistung genehmigen wir uns zuerst mal ein kühles Bier. Herrlich, wie das schmeckt!

Ja, die Malediven, leider ist der erste Eindruck eher etwas zwiespältig. Die Einklarierung hat uns bis jetzt 165 US$ gekostet, ein happiger Betrag. Man muss hier nämlich einen Agenten nehmen, ohne kann man nicht einklarieren. Und der verlangt alleine 100-150 US$! Auch kostet der Transport vom Ankerplatz zur Stadt jedes Mal 15 US$. Es ist etwa 3 sm weit, mit unserem Dingi mit 4 PS Motor natürlich viel zu weit. Auch kann man in Male sein Dingi nirgendwo sicher anbinden, man muss damitrechnen, dass es bei der Rückkehr aus der Stadt nicht mehr dort ist.


Noch etwas Neues haben sich die Behörden einfallen lassen, um die Yachties zu schröpfen: Eine Ankergebühr. Diese ist hier auf den Malediven ist nur die ersten 14 Tage gratis, kostet aber am Anfang 5 US$ und gegen Ende der der erlaubten Periode 15 US$ pro Tag! Eine Frechheit sondergleichen, um so mehr wir in einem Touristik-Prospekt gelesen haben, dass die Yachties hier sehr willkommen sind. Wohl nur deren Dollars, müssten wir heute anfügen.

Leider haben die Malediven auch noch ihre berühmten Korallengärten verloren. Im Jahr des 'El Nino', als die Wassertemperatur über längere Zeit hindurch die 32 Grad-Marke überschritten hatte, sind alle oberflächennahen Korallen abgestorben. Nur noch graubraune Überreste stehen unter Wasser, der Schnorchler sieht so gut wie nichts vom einstigen Farbenreichtum. Erst in 25 bis 30 m Tiefe stösst man wieder auf die phantastisch bunten Lebewesen. Sicher werden diese Korallen wieder in die Höhe wachsen, es dauert nur ziemliche Zeit, bis das passiert. Die Touristik-Manager sprechen von 4 - 5 Jahren, ernsthafte Naturwissenschaftler gehen eher von 20 bis 30 Jahren aus.

Auch ist es schwierig, in den Resorts Ankerplätze zu finden. Entweder sind in vielen Resorts die Yachties unerwünscht und werden weggewiesen. Oder es hat schlicht und einfach keine Ankerplätze, die Sandbänke sind zu schmal. SunSail, die einzige Charter-Basis hier gibt auf, sie verlegen ihre Schiffe zu den Seychellen und nach Langkawi, Malaysia.

Heute möchten wir behaupten, dass die Malediven für Pauschal-Ferien in einem der vielen Ferienresorts sicher wunderschön sein können. Aber mit der Yacht, so wie wir uns das vorgestellt hatten, von Atoll zu Atoll zu segeln und in den Lagunen herrlich ankern zu können, das ist hier schwierig und praktisch nicht möglich.


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